04.04.2025
Der evangelische Berliner Bischof Christian Stäblein hat das Land Berlin scharf kritisiert. Er halte es für „töricht, ignorant und falsch“, dass die Kirche nicht in der Ende Februar vom Abgeordnetenhaus eingesetzten Enquete-Kommission gegen Rassismus und Antisemitismus vertreten ist, sagte Stäblein laut Manuskript in seinem Bischofswort zur Synodentagung am Freitag in Berlin. Dass die Politik meine, die Kirche werde in der Kommission nicht gebraucht, sei verwunderlich.
„Wir tun länger als mancher in dieser Kommission viel gegen Antisemitismus“, betonte Stäblein: „Und wir werden das auch weiterhin tun, weil es aus unserem Glauben folgt und wir unsere Geschichte kennen.“ Es könne und dürfe keine Kirche geben, die nicht gegen Antisemitismus aufsteht. Die Landeskirche hat rund 775.000 Mitglieder, darunter knapp 449.000 in Berlin.
Die 26-köpfige Enquete-Kommission wurde am 27. Februar vom Berliner Landesparlament eingesetzt. Sie soll Empfehlungen erarbeiten, wie der gesellschaftliche Zusammenhalt gestärkt sowie Antisemitismus, Rassismus, Muslimfeindlichkeit und jeder Form der Diskriminierung begegnet werden kann.
Dem Gremium gehören derzeit 13 Mitglieder des Abgeordnetenhauses und elf externe Fachleute an. Darunter sind der israelisch-deutsche Psychologe und Autor Ahmad Mansour, die Kultur- und Literaturwissenschaftlerin Peggy Piesche, der Autor und Vorstandsvorsitzende der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus, Dervis Hizarci, und die Psychologin und Gründerin der Ofek-Beratungsstelle gegen antisemitische Gewalt und Diskriminierung, Marina Chernivsky.